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| 1.
Schulgeschichte |
| Vor
1776 bestand in Herdern noch keine Schule. Die Jugend wurde damals
vom Pfarrer unterrichtet. In den ältesten Protokollen findet man
erst später die Namen von Lehrern mit bekannten Herderner
Geschlechtern: Sebastian Stähli (1778-1783), Josef Richli
(1785-1811), Johann Frey (1811-1842) und Josef Frey (1842-1858).
Anstelle eines eigentlichen Schulhauses besass man damals nur eine
Art „wandernde Schulstube“, die an unterschiedlichen Orten im
Dorfe gemietet wurde. |
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Altes Schulhaus Herdern, 1968 |
Im Jahre 1828 drängten dann der damalige Schulpräsident und Pfarrer
Johann Baumer beim katholischen Administrationsrat auf ein
neues Schulhaus. Nach zähen Verhandlungen konnte dann im
Frühling 1830 mit dem Bau eines neuen Schulhauses begonnen
werden. Allerdings beschloss die Bürgerversammlung, dass
sämtliche Handarbeiten und Fuhren im Frondienst von der
ganzen Pfarrgemeinde geleistet und die Anteile der
verschiedenen Beteiligten in den Schulfonds gelegt werden
sollen. Die Kosten des Neubaus betrugen exakt 3328 Gulden
und 49 Kreuzer.
1921 zählte die
Schule über 100 Schüler. Daher mussten die Schüler aus
Moorwilen vorübergehend die Schule von Lanzenneunforn
besuchen. Zwischen 1935 bis 1962 wurden mehrere Projekte
für den Ausbau bzw. Erweiterungsbau des Schulhauses
diskutiert jedoch vorwiegend aus Kostengründen
verworfen. |
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| 1962
fanden sich die Schulvorsteherschaft von Herdern, Lanzenneunforn
und Dettighofen zu einer gemeinsamen Sitzung ein. Dabei wurde die
Gründung eines Abschlussklassenkreises
Lanzenneunforn-Herdern-Dettighofen beschlossen und besiegelt. Der
Schulbetrieb wurde bereits im Frühjahr 1963 im zweckmässig
eingerichteten Gemeindesaal von Lanzenneunforn mit 23 Schülern
aufgenommen. Im Hinblick auf die zahlenmässige Entwicklung der
Gesamtschule in Lanzenneunforn mit 48 Schülern, entstand auch in
dieser Schule Raumnot für die Abschlussklasse. Diese Situation
veranlasste die Schulbehörde von Herdern die Frage zu prüfen, ob
nicht eine zentrale Schulanlage im Raume von Wilen zweckmässiger
wäre. Das Erziehungsdepartement unterstützte die Zusammenlegung
der Schulgemeinden
Dettighofen, Lanzenneunforn und Herdern. An der ersten Sitzung kam
man bereits zu einem Einigungsvorschlag. Lanzenneunforn
verzichtete auf eine Beteiligung an einer gemeinsamen Schulanlage
und erklärte sich auch grundsätzlich bereit, die Abschlussklasse
an die Schulgemeinde Herdern abzutreten, allerdings mit der
Bedingung, dass der Standort der Neuanlage im Interesse der beiden
Schulgemeinden Lanzenneunforn und Dettighofen östlich des Dorfes
zu stehen käme. Die Zustimmung der Schulgemeindeversammlung
erfolgte am 26.10.1965. Diese Vereinbarung gab der Baukommission
in Herdern grünes Licht zum Aufstellen des Raumprogrammes und zum
Vorantreiben der Planungsarbeiten der heutigen Schulanlage im
Steinler. Ein Projektwettbewerb wurde ausgeschrieben und von den
Architekten P.Thomann, H. Bosshard und M. Kaspar aus Zürich
gewonnen. Sie planten das neue Schulhaus Herdern.
Das alte Schulhaus wurde nach
der Fertigstellung des neuen Schulhauses Herdern umgenutzt. Neben
zwei Mietwohnungen wurde es von Männerchor, Kirchenchor,
Sonntagsschule und anderen Vereinen genutzt. Im Jahre 2009 wurde
es an die Familie Schär verkauft.
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| 2.
Das neue Schulhaus
Herdern
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| 1967
bewilligte der Regierungsrat die Ausführung der neuen Schulanlage
mit einem Kostenvoranschlag inkl. Landerwerb von Fr. 2'023'372.
–. Das Land ganz im
Osten des Dorfes konnte von Josef Meili für 10Fr. pro m2
gekauft werden.
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| Am 17.7.1967
konnten mit den Aushubarbeiten begonnen werden. Eine böse Überraschung
erlebten die Bauleute am 19.9.1965. Durch die anhaltenden starken
Regengüsse kam die nördliche Böschung mit der darüberliegenden
Staatsstrasse ins Rutschen. Dadurch entstanden erhebliche Verzögerungen
im Bauprogramm. Nach vielen Verhandlungen mit den kantonalen Behörden
kam man zur Übereinkunft, dass an der bisherigen
Turnplatzgestaltung festgehalten werden muss. Dies verlangte
allerdings eine kostspielige Entwässerung und Hangsicherung der
Staatsstrasse. Der beantragte Zusatzkredit von Fr. 159'000. - wurde am 11.3.1969 durch die Stimmbürger bewilligt.
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Das
neue Schulhaus ist architektonisch gesehen etwas ganz
Besonderes. Diese Architektur war hierzulande noch ziemlich
unbekannt und stiess anfänglich nicht nur auf gute Kritik.
Den Ursprung findet diese sogenannte „organische
Architektur“ in den Bauten des weltberühmten Architekten
Frank Llyod Wright. Seine Objekte entstanden kurz nach 1900.
Charakteristisch sind die Verschmelzung seiner Gebäude mit
der Umgebung und die Verwendung ungebrochener horizontaler
Linien.
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| Ein kurzer
Reisebericht eines Wanderers verdeutlicht dies: „So
wanderten wir durch Herdern, als plötzlich beim Dorfausgang ein
Gebäude unsere Aufmerksamkeit auf sich zog. Es war ein Neubau aus
rotem Ziegelstein mit ausladenden Dächern, viel Holz und grosszügigen
Formen. Ein Gebäude, wie uns schien, ganz auf der Landschaft
entwickelt und der Natur und dem Boden angepasst. Breit lag es vor
dem Seerücken und schaute mit grossen Fenstern ins Land hinaus.
(…). Hier war ein Schulhaus mit Stimmung und Atmosphäre. Die
„Schulstube“ im guten Sinn ist wieder auf morderne Art
entstanden. (…). Ein Schulhaus im Geiste Pestalozzis mit echter
Kultur und abseits vom Herdentrieb. Es müsste eine Freude sein,
hier unterrichten und lernen zu dürfen.“
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| Da das alte
Schulhaus mit Militär belegt wurde, mussten die Primarschüler
ein halbes Jahr vor der Einweihung, am 11.11.1968, in den bereits
fertigen Westflügel des neuen Schulhauses einziehen.
Ausser der Bestuhlung waren die Schulzimmer aber nur mit
Provisorien ausgestattet. Am 8.4.1969 sind die Räume für die
Realschule fertig geworden und die Schüler der 7. und 8. Klasse
konnten den ihren Bedürfnissen entsprechenden Unterricht im neuen
Schulhaus besuchen. Nach 7 Jahren Planungs- und Bauzeit wurde das
Schulhaus am 24.08.1969 offiziell eingeweiht.
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| 3.
Die Spezialklasse (Sonderklasse)
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| Eine Bedürfnisabklärung
in den Schulgemeinden des Sekundarschulkreises Hüttwilen hatte
aufgezeigt, dass Bedarf an einer Sonderschulklasse besteht. An der
Schulgemeindeversammlung vom 12.11.1973 wurde nach mehrjährigen
Verhandlungen und Abklärungen beschlossen, dass eine Sonderklasse
in Herdern gegründet werden soll. Am 22.4.1974 wurde der Betrieb
der Sonderklasse in Herdern aufgenommen. Man startete diese
Abteilung mit 14 Schülern. In den folgenden Jahren nahm die Zahl
der Kinder stetig ab. Was dazu führte, dass man die Sonderklasse
in Müllheim auflöste und Schüler aus den Oberstufenkreisen Müllheim
und Wigoltingen mit Hilfe eines Transportdienstes nach Herdern
brachte. Von 1974-1989
wurden jeweils vier bis sechs verschiedene Jahrgänge in der
Sonderklasse unterrichtet. Anschliessend schwankte es zwischen
drei und vier, war eine Verbesserung der Unterrichtsqualität zur
Folge hatte. Auf Schulbeginn 2000 wurde die Sonderklasse in
Herdern aufgelöst und nach Pfyn verlegt.
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| 4.
Die Abschlussklasse
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| Mit der
Fertigstellung des neuen Schulhauses wechselte die Abschlussklasse
von Lanzenneunforn nach Herdern. Die Abschlussklasse (früher
Realschule, heutige Sekundarstufe G) fand in Herdern optimale
Bedingungen vor. Für die Knaben gab es eine Holz- und
Metallwerkstatt und für die Mädchen stand eine Schulküche und
ein Textilarbeitsschulzimmer zur Verfügung. 1989 sollte infolge
sinkender Schülerzahlen in den Realschulen nur zwei Klassen
unterrichtet werden. Die Oberstufenbehörde beschloss nach einem
überstürzten Mehrheitsbeschluss, dass die Realklassen nur noch
in Hüttwilen unterrichtet werden. Dies stiess in Herdern auf
heftigen Widerstand, fehlten doch in Hüttwilen die meisten Räumlichkeiten,
die Herdern besass. Die Realschule blieb bis heute in Hüttwilen.
Dort wurde in der Zwischenzeit ein Neubau erstellt, der allen
Forderungen entsprach. Die Realschule wurde erst kürzlich in
Sekundarstufe G umbenannt.
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| 5.
Der Kindergarten |
| Weil schon früh
das Bedürfnis nach einem Kindergarten da war, dieser aber vom
Kanton nicht genehmigt wurde, gründete die Arbeitschulkommission
unter der Präsidentin Frau Maria Hornstein einen
Kindergartenverein für die Beschaffung der nötigen finanziellen
Mitteln. Dieser, auf privater Basis laufende Kindergarten, öffnete
bereits im November 1971 seine Tore. Um diesen Kindergarten überhaupt
zu finanzieren und den Lohn der Kindergärtnerin zu bezahlen,
mussten grosse Anstrengungen unternommen werden. Jedes Jahr wurden
Veranstaltungen organisiert, z.B. Basare, Feste usw. Ausserdem
bezahlten die Eltern pro Kindergärtner ein Schulgeld von 10Fr.
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| Im Jahr 1972
wurden erstmals drei Kinder aus Warth aufgenommen. Ab 1977 wurde
der Kindergarten gemeinsam mit dem Kindergartenverein
Warth-Weiningen geführt. 1980 trat die Verordnung des
Regierungsrates über die Kindergärten in Kraft. Der Kindergarten
wurde zu einem Bestandteil der Volksschule und von den
Schulgemeinden Herdern und Warth-Weiningen übernommen. Dieses
Verhältnis dauerte bis zum Frühjahr 1985. Dank des Baubooms
hatte die Schulgemeinde Warth-Weiningen genügend Kinder für
einen Kindergarten im Vollpensum zu führen. Der Kindergarten von
Herdern wurde im Halbpensum weitergeführt.
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| 6.
Die Primarschule
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| Anfänglich
wurde die Primarschule in zwei Abteilungen unterrichtet. Dank
wachsender Schülerzahlen wurde sie im Schuljahr 1990/91 in drei
Abteilungen aufgeteilt. Da man weiterhin mit zunehmenden Schülerzahlen
rechnete, wollte man eine neue Turnhalle mit integrierter
Zivilschutzanlage planen. Doch die Baueingabe im Jahre 1991 wurde
vom Erziehungsdepartement zurückgewiesen.
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| In der
Zwischenzeit sind die Schülerzahlen wieder etwas gesunken und
wegen Sparmassnahmen des Kantons wurde auf Schulbeginn 1998 die
3./4. Klasse in Herdern geschlossen. Die Schulbehörde reichte
beim Kanton Klage ein, zumal die gesetzlich festgelegte
Mindestzahl pro Klasse nicht unterschritten wurde und die
Abteilung der neu eingeteilten Mittelstufe mit über 30 Schülern
im vorgesehenen Schulzimmer keinen Platz gefunden hätte. Da der
Kanton aber nicht darauf eingehen wollte, ging die damalige
Schulbehörde einen Schritt weiter. Schlussendlich wurde aber die
beim Bund eingereichte Klage auf „nicht Eintreten der
Beschwerde“ wieder an den Kanton zurückgewiesen. Man war
verzweifelt. Dank einer grosszügigen Spende einer Herderner
Familie mit schulpflichtigen Kindern wurde die 3./4. Klasse noch 2
Jahre lang privat und 1 weiteres Jahr durch die Schule selbst
finanziert, was natürlich für grossen Medienrummel sorgte.
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| Ab
Schulbeginn 2001 waren die Klassengrössen für das Umstellen
auf zwei Abteilungen (Unterstufe und Mittelstufe) vertretbar und
wurden so eingeführt. |
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| Auf
Schulanfang 2003 wurde eine Einführungsklasse eröffnet. Diese
Klasse wurde für Schüler geschaffen, die den Schulstoff der
ersten Klasse ohne grossen Druck in zwei Jahren erarbeiten
konnten. Aufgrund mangelnder Schülerzahlen musste die Einführungsklasse
leider nach nur zwei Jahren per Ende Schuljahr 2005 wieder
geschlossen werden.
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| Im Sommer
2003 wurde die Primarschule mit 9 vernetzten Computern
ausgestattet, was ein neuartiges Lernen ermöglichte. Von den
damaligen zwei Hauptlehrkräften wurde darauf erstmals eine
schuleigene Homepage erstellt, an welcher selbst die Schüler
kreativ mitwirken konnten.
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| Seit dem
Schuljahr 2004/2005 kümmert sich eine SHP-Lehrkraft (Schulische
Heilpädagogik) für Lernschwächere oder aber auch hochbegabte
Schüler. Seit Sommer 2005 kann die Primarschule Herdern auch
Logopädie anbieten.
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